Früher, da definierte man sich über Markenklamotten, den ersten Freund oder die coolsten Partys. Wer die meißten Freunde hatte, musste sonst nichts können und war trotz allem der Stern, zu dem die anderen aufblickten. Ein Ziel, nach dem andere zu greifen versuchten. Die fremde Feder, mit der man sich gerne schmückte. Heute verkörpert man in vielen Situationen unterschiedlichste Fassetten nach außen. Für die besten Freunde ist man wohlmöglich der durchgeknallte Kumpel, der zuhört und einen zum Lachen bringt. Man ist man selbst, ungeschönt und unzensiert. Für die Kollegen verschiebt sich dieses Bild, bis daraus die seriöse, verlässliche Büronachbarin wird, bei der man zwar gern auf einen Plausch anklopft, die man trotz allem kaum kennt. Egal wen man in verschiedenen Lebenslagen vorgibt zu sein, so entspricht dies immer nur einem Bruchteil von einem selbst. Wie ein Stück Kuchen, welches man auf einen fremden Teller legt und den Rest für sich aufhebt.
Wo auch immer man sich einzuordnen versucht, ist man stets darum bemüht sich im bestmöglichen Licht erstrahlen zu lassen. Wem gefällt es schon, wenn der Gegenüber nach der persönlichen Vorstellung eine Grimasse zieht, weil ihm missfällt, was er da hören musste. Schon immer fand ich es schwierig, mich selbst zu definieren. War es, weil ich nicht genau wusste worüber, oder weil ich unsicher war, ob es dem schlimmsten Kritiker nicht einen Grund zur Arbeit geben könnte. “Ich habe einen Fashionblog!” – Ürgh. Ist es das was ich sein möchte? Erwecke ich für manch einen nicht den Eindruck, mein Leben würde lediglich aus Armpartys, Einladungen zu Fashionweeks und Bloggerevents bestehen? Ich möchte nicht, dass ich nach außen derart eingleisig erscheine und trotzdem stehe ich vollkommen hinter dem was ich tue. Denn ich bin froh zu wissen, auf ein paar weitere Schienen ausweichen zu können, sollten sich die Schranken einmal verschließen.
Am Ende muss man begreifen, dass der Kritiker, vor dem man die meiste Angst hat, kein Fremder ist, sondern man selbst. Es wird immer Menschen geben, die über das was man tut die Nase rümpfen und eine Grimasse schneiden. Worauf es ankommt, sind die Kritiken, die man sich selber gibt.

In dieser Woche feierte endlich der Sommer seine Rückkehr. || Und mit ihm auch die Bauarbeiter vor dem Balkon.

Alle Lieblinge beieinander: Mensch, Hund und was zu Beißen.

Das Wochenende verlief mit tollen Bildern daheim und im Leipziger Meisterzimmer.

Do: Sich ein Stück vom Kuchen aufzuheben.
Don’t: Das Gesicht verlieren, Fässer zum Überlaufen bringen und auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen müssen.
Gekauft: Kinotickets für The Place beyond the Pines. Unbedingt ansehen!
Verloren: Den Glauben daran, dass ich es in diesem Studium wirklich einmal schaffe, 6 Wochen vor den Prüfungen anzufangen zu lernen.
Gedacht: “Mutti, woher hast du diese Sprüche bloß?”
Gefreut: Über Bewerbungsgespräche und andere besondere Einladungen.
Geärgert: Gerissene Haargummis, Ausreden und hundegeile Fußgänger.
Gehört: Bon Iver – The Wolves